Poesía es Insurrección Solitaria!

Sagen wir so: das Unbeschreibliche lässt sich nur schwer beschreiben. Also das Orange im Rot am unteren Rand des Graus der Wolken am Vulkan gegenüber der Sonne, das könnte der Widerschein von Lava sein. Aber wir wissen: es ist die Widersache eines strahlend blauen, strahlend heißen Tages. Soy Nica, steht an einer Wand, und wir denken uns, dass diese Person Recht haben könnte. Aber auch das stimmt: dass Ernesto Cardenal auf so stimmige Weise neben dem Hotelkoch steht, wie dieser neben ihm. Und dass nun aber bald, als die Prozession des Carnaval Poético vorüberzieht, Menschen kommen und mit ihnen die Menschen, die Cardenal beinahe wegfotografieren. In ihre Herzen, wo er schon ist. In ihre Erinnerung, wo er noch bleiben wird. Und vielleicht sagt jemand, er habe versäumt, durch dieses Hotel zu schwimmen. Und ein anderer antwortet: Sie können das Flugzeug aber gern durch den roten Saft verlassen. Worauf der mitreisende Steward in seinem Unauffälligkeitskleid irritiert in die Runde fragt: Do you tiptoe your children? Die Schatten meiner Finger zeigen keine Glieder, weisen einem Interessierten aber gern die Wärme. Die manchmal genau dort aufhört, wo ein Straßenhändler nachts in völliger Dunkelheit am Straßenrand sitzt, am völligen Straßenhändlerrand. Kleine rote Bohnen oder Mangos (Mangoiños), die vor Kurzem noch einen Baum ausstülpten. Die Prozession tanzt und schreit und schrillt Folklore Nicaragüense. Und Dichter mit ihren Festivalbeutelbeuteln werden in einem Ausmaß um Autogramme gebeten, dass man eigentlich sieben Zeitmeilen zurückdenken muss. Und das alles, nachdem man durch den George-Bush-Airport musste und beinahe ein Texament ausgefüllt hätte. Glücklicherweise ist Derek Walcott eine Stille, die berührt, von der Kutsche aus, die dem Poesía es Insurrección Solitaria! folgt, das ein Lautsprecherwagen dann und wann über die Menge fegt. Wenn man den Mombacho sehen kann, weil er einmal nicht von seiner Nebelwald-Nebelhaube vernebelt ist, dann sieht man vielleicht etwas anderes nicht. Nicht den doppelten Abend- nein: Sommerstern. Oder hört nicht das Apokalypse-Crescendo der Vögel in dem Moment, wenn das Licht am Markt den aufziehenden Schlaf berührt. Wenn die Prozession und ihr Brass-Band-Samba-Jazz-Poesie-Vivat vorübergezogen ist, bleibt neben dem Warten nur noch the daily carnival: die Kinder mit Trommeln und Kostümen=Masken: die Schlankfrau und das Gedrungenkind.

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~ von R - 16. Februar 2012.

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