Einer aber nicht mehr

Nach jedem Tag ging Torp schlafen. Er schlief für den Schnee. Er schlief für die Metropoliten und Anwärter auf Ewigkeit. Er schlief für die Risse in den Sätzen. Er schlief für die Schatten, die ein Licht auf das Ich warfen. Er schlief für das Partizip gerettet. Er schlief für das Tagsüber der Nächte. Schlief für die Geräuschforscher, die Milchmädchen, die städtischen Antizipierer. Er schlief für den kalifornischen Wal und den 13. Messias. Er schlief für die sich unterhalb der Wasseroberfläche befindenden Teile der Eisberge. Er schlief für die Ausnahmen unter den Parallelen, die sich in der Unendlichkeit berühren. Er schlief für die Erschaffung von Flachbildschirmen, die so dünn sein würden, dass sie den Raum so zeigen würden, wie er war. Er schlief für Immanuel den Aufrichter und das Gefühl, Nieseltropfen einzeln spüren zu können, auf der Haut oder den Gedanken. Er schlief für seine Finger. Für die Federn, auf denen er schlief. Er schlief für die für Pfarrer reservierten Sitzplätze in den Bussen ans Meer. Er schlief dafür, dass man mit Flaum Musik machen könnte. Er schlief für Wirbeltiere und Wirbelsäulen. Er schlief für das Schlafen. Er schlief für die Farben. Er schlief für einige wenige Irrlichter. Er schlief für Thien Tran.

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~ von R - 2. Januar 2011.

4 Antworten to “Einer aber nicht mehr”

  1. fantastisch wundervoll.

  2. Und Torp schläft weiter. Es ist viel zu Schlafendes in der Welt.

  3. „, die sich in der Unendlichkeit berühren.“ eigentlich redundant, da normalerweise bei parallelen doch mitgedacht.

  4. Lieber R.,
    ich komme erst jetzt zu einer Antwort. Wo liegt für dich das Problem? Beim Denken an Parallelen siehst du die Theorie ihrer Berührung im Unendlichen immer mitgedacht?
    Es mag ja, seien wir ruhig so optimistisch, durchaus der Fall sein, gleichwohl bleibt es doch ein reizvolles, spannungsreiches Paradox, dessen Konzept ich mich noch nie leicht anschließen mochte.
    Nur geht es hier nicht darum. Oder: es geht eben um jenen laizistischen Trotz.
    Torp akzeptiert das Theorem nicht, deshalb schränkt er es ein. Wie es aussieht, sogar auf zwei Weisen.
    Gut, ich verlasse diesen Ort jetzt einmal auf einer Parallele, die die Unendlichkeit berührt.
    Aber Abschiedsansagen sind eigentlich redundant, weil man ohnehin merkt, wenn jemand geht, gegangen ist.
    Herzlich, dein R.

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