Keine Art der Bewegung

Es gibt immer einen Grund, nicht joggen zu gehen.

Man leide noch, sagt man sich, am Jetlag.

Man sei ohnehin tagsüber so viel gelaufen, dass es Sport geglichen habe.

Man sei heute zu spät aufgestanden und wolle doch noch so viel sehen.

Man hat vielleicht geraucht und würde von allen anderen Joggern überholt werden.

Man sei weder zum Joggen hier noch zum Joggen da.

Man will vielleicht die verbrennungsprozessrückständesatte Luft nicht so intensiv an seine Lunge lassen.

Man erlaubt sich auch zu denken, das Manifeste einiger Zeilen über das Joggen sei dem Latenten des Joggens an sich vorzuziehen.

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~ von R - 25. August 2010.

7 Antworten to “Keine Art der Bewegung”

  1. gefällt mir.

  2. joggen hier joggen da. sehr gut.

  3. liegt es nicht eher an den hollywoodresistenten kulissen, straßen zwischen mittelständischen unternehmen und reihenhausgeriatrie, schnellstraße plus gekipptem gewässer, unter wolken aus dem neolithikum, zum anfassen fett, dass die tastatur einem näher erscheint?
    wobei, ich kann da auch nur spekulieren.

    • unter wolken, die verharren zu befehlen scheinen?

      • ja. und während man sich selbst vage im doppelten fensterglas gespiegelt sieht, ist da auch ein wind, der an leeren wäscheleinen zerrt, ansonsten wie überlandleitungen durchhängend oder wie die schultern der passanten zwischen geschlossener bäckerei und sparkasse – hier oszilliert noch lichtstärke –, sich gespiegelt sieht, vor wolken, die verharren zu befehlen scheinen, dabei sehr emmerich auf einen zukommen, vorbei sind, den nächsten platz machen, diese braven hunde. ein spätsommer wohl.

  4. Sparkassen. Banken. Eine davon heißt BANCOR. Und ich bin mir sicher, dass alle, die vor deren Sichtfenstern-Trennfenstern hin und her joggen, an Daniel Falb denken, encouraged. BANCOR.
    Man geht auch deswegen nicht joggen, weil man sie aus der Zen-Position des Verharrens heraus besser beobachten kann. Herausbeobachten.

    • kann joggen nicht auch sehr zen sein? ich denke an bergspitzenkloster-zenbuddhisten und ihre fitnessübungen auf losen mauerschindeln direkt überm abgrund, weit entfernt von banken, bankern und/oder bankerinnen, vielleicht auch mit vielgelesenen daniel-falb-gedichtbänden auf den pritschen, wer weiß. aber vermutlich wirken die schmetterlinge fürs leichtere chaostheorieverständnis BANCOR und co. auch hier noch nach, bewusst unbemerkt, unbeobachtbar.

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