Córdoba [#1]

Ich lasse mir Zeit. Ich schlendere oft durch die Stadt, ohne in ihr die teuflischen Merkmale aufzuspüren, die ein junger, allzu feinfühliger Arzt, den ich in Buenos Aires kennengelernt habe, bei seinen Streifzügen durch diese Straßen vorzufinden glaubt. Ich gebe zu, mich erwartet nicht viel Abwechslung, doch zur Zeit bin ich nur bemüht, mich ganz in den Ort zu vertiefen, der in den nächsten Wochen zweifellos der Mittelpunkt meiner Tätigkeit sein wird. Von Buenos Aires vermisse ich, abgesehen von einiger geistvoller und äußerst nützlicher Gesellschaft, nur gewisse Damen.

[Mit Juan José Saer, Die Gelegenheit, 1988, in der Übersetzung von Erich Hackl 1992 bei Piper erschienen, 2010 bei Wagenbach als Taschenbuch republiziert]

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~ von R - 25. August 2010.

Eine Antwort to “Córdoba [#1]”

  1. Wobei das »Teuflische« auch in Córdoba seine Symptome hat. Erkennbar, wenn am späteren Nachmittag die Cartoneros ihre Einspänner durch die Straßen der Kernstadt treiben. Zum Beispiel. Los Dones de la depauperación …

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