Gruß aus Halle

Meine ägyptische Sammlung

Die Stallvitrine muß mich hell entzücken,
wo eine Kuh sich wälzt und scheckig lacht,
wie du es, Geli, einst mit mir gemacht.

Totalitär gebückt im Stroh dann gegen acht
war Glück, wie’s deinen Hintern mir zudrehte.
Vor dir will ich mich heute dafür bücken.

Daß ich dich liebte, war ja nie gedacht
so lang, lang her! Schon nebenan die Lethe
birgt Nofretete — viel zu schön zum Ficken.

Wilhelm Bartsch

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~ von R - 1. Mai 2009.

8 Antworten to “Gruß aus Halle”

  1. Ein Gruß zurück. (Postkartenersatz)

  2. ›viel zu schön zum Ficken‹ lässt mich das ganze vorherige gedicht vergessen. nunja. manches gedicht braucht halt seine kontrastierende pointe.

  3. Die Nofretete, wie wir sie gemeinhin kennen, als Büste in Berlin, als fast schon ›Berlins Büste‹, wird gemeldet, sei gar nicht ›echt im Sinne eine bestimmten Verständnisses von Echtheit. Ist aber zum Beispiel Ficken echt? Oder nofretetisch?

  4. Und, verehrte Dame aus Halle, Sie haben das ganz richtig erkannt: Die Kommentarfunktion ist gar nicht für Kommentare gedacht. Sondern für ersatz actions only.

  5. Die eigentliche Frage hier ist aber doch: Wer oder was ist GELI?

    • Eine diesseitige Gaia vielleicht. Mit einem Hauch von aphroditisch-dianischer Ariadne. Vorstellbar: im Demeter-Harnisch in Nymphenpose, halb Hathor, halb Kalí, die schwarze.

  6. eine seltsame vorstellung, die manche zu haben scheinen; dass der leser den wissensvorsprung des autoren nicht einholen muss, sondern schlicht feststellt: »Die eigentliche Frage hier ist aber doch: Wer oder was ist GELI?« und das in der schwebe lässt, gelegentlich mit der ausrede: ich bin gerade zu faul zum googeln, wie schon des öfteren gelesen. auch der dichter etc. hat sich das von irgendwo geholt, angelesen, gehört, nur eben vor dem schreiben oder währenddessen. insofern findet der leser, verspührt er tatsächlich den drang, es wissen zu wollen, was es denn sein könnte, einfach nach dem lesen das ihm wissenswerte heraus. wieso auch nicht? wo ist der schaden? also: wenn es denn nicht einfach ein anagramm von geil ist oder irgendjemandes kosename und ich nicht mit solchen vermutungen zufrieden bin, dann bemühe ich ne suchmaschine und schon weiß ich: es handelt sich um geschäftsprozesse lieferantenwechsel im gassektor! alles klar.

  7. Die eigentliche Frage? Die Geli-Frage also: Geli in der Halbtotalen, ganz totalitäre Nichte, Herkunft ihrer Aktzeichnungen bis dato ungeklärt, aber Spekulationen erklärend. Stopp. Dann später angeblich im Auftrag des Onkels durch Ferdinand Liebermann nach ihrem Suizid verbüstet.

    Jetzt das tête-à-tête: eine andere Büste, die der Onkel schlimmerweise zu seiner Ikone ausrief, ist die der Nofretete; nicht nur tragisch für Ludwig Borchardt als Entdecker.

    Was die Echtheit betrifft, gab es ja schon länger verschiedene Thesen, Vorwürfe und die ein oder andere Mär. So etwa die, dass der Onkel eine Kopie der N. in Auftrag gegeben haben soll.

    Borchardt musste sich generell stets gegen die Vorwürfe einer Täuschung und/ oder Fälschung wehren oder sich solche gefallen lassen.

    Ein neuer Fälschungsvorwurf kam dieses Jahr erst von Henri Stierlin. Stopp.

    Soviel zum Büsten-Fetisch.

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