Ach ja, Island

•22. August 2014 • Hinterlasse einen Kommentar

Das ineinander verschränkt Schroffe und Weiche. Felsnadeln, seltsame Geometrien oder solitäre Formen, von Moos betufft, Felder wie bauschige Häkelware, blanker Stein als Wulst oder als Fläche kantiger Steine, an den Stränden der schwarze Kies von faust- bis sandkorngroß, die lockenden Schluchten mit der Wasserfallbelohnung, Regenbogenwasserfälle, Donnerfälle, Säuselfälle, Sickerfälle, Vorhangfälle und Verteilerfälle, das Blaugrün im Weiß der Gletscher, das Weiß im Blaugrün der Gletscher, geriffelt und gestaucht, bis sie abbrechen und schmelzen, als juwelenartige Strukturen, sogar im Meer noch lange überdauern, wenn es sie dorthin gekalbt hat, das Gras, die unterhalb der Höhen überall zu findende Engelwurz, das eisige Meer, die Flugsandschwaden vor Südisland, der Flugsand, der sich in Felswände schmirgelt, kleine Buchten einbaucht, die schöne Einsamkeit an vielen Orten.

Islandgletscher

Multipel ähnlich die Zeit

•26. März 2014 • Hinterlasse einen Kommentar

Die Abschusszahlen in den einmal gefalteten News. Eine erste FKK-Schnecke, etwas lässt sie vorsichtshalber vor meinem Atelier abbiegen. Aldi informiert. Die Reiher groß wie Reiherduplikate, mit denen man den Garten aufs Wunderbarste schmücken kann. Ich überlasse sie gegen Kaution sich selbst und mich dem Regen, der so schwach ist, dass der Hofhund nicht riecht. Die Annexionskälte der Schatten. Tagestext: »Wie unüberwindlich ist die Härte des Holzes!« [Adolfo Bioy-Casares]. Die runden Klammern der vom Wind gebeugten Reiser, ich verzeihe sie der Poesie. Ich gehe, Details zu finden in der Kargheit der noch nur schwach austreibenden Landschaft. Fuchslöcher, die Leiterbauten der Hochsitze, ein Arztstuhl im Wald, ein Stück dahinter ein exakt rechteckiger Wildschwein-Lustpfuhl. I am how? I’m not cow. Und was ich nicht kenne auf den Agrarflächen, nenne ich Silagepflanzen.

Stuhl in der Göhrde

Generation Z

•13. Februar 2014 • Hinterlasse einen Kommentar

Wir warten auf das Update. Das technische Gerät in Händen warten wir auf den ersten vollständig drähtelosen Morgen. Die Cloud zum fünften Element. Wir warten, ob der nächste Tricorder den Zuckergehalt in unseren Milchkaffees messen kann. Wann eröffnet American Apparel den nächsten, den besten Maidan? Wir warten, warten auf das Gedicht für alle, dernier cri. Wir warten auf Phlogistonwörter, die Betaversion eines Paypals für Empathie. Wir warten. Homs und frische Brötchen. Whom bomb, Allen Ginsberg, whom? Wir warten, ins Weiße hinein und ins Schwarze. Bonosexualität, Schlaraffenpower auch auf dem flachen Land, our Little House on the Prairie. Egoismuspuffer, Patchworkfellatio, wir warten auf euch. Liken wartend das Barmädchen Karl Marx. Warten, dass das Herz an der Biegung des Flusses zu blühen beginnt, es war doch Fair Trade! Wir warten weich und sparen wirklich ganz viel Strom, Benzin, Berührung. Wir warten, denn da muss ein Jericho für Ansprüche auf Urheberschaft sein. Ein Quantum fat free, eine Heizdecke Paradies. Wir warten, wir warten schon mal, am Katzenbild.

mind the gap

Erste Rückkehr nach Schreyahn

•11. Februar 2014 • Hinterlasse einen Kommentar

Wir schauen fern, ich und die Tierchen aus dem Pflücksalat. Das Verteidigungsministerium wird dem Verbraucherschutz untergeordnet. Die Deutschen freuen sich auf die Rückkehr der Wölfe. Dinge dieser Art.
Vorne am Dorf liegt neben dem Hühnergarten ein intaktes Brillengestell. Also haben es nicht geschafft. Die Luft ist wie gehabt gut und von hohem Güllefaktor. Berlin liegt im Nebel von was ist schlimmer: Wowereit, Bosnien oder die Ukraine.
Ich habe Honigschnaps besorgt, damit werde ich den Vater zu seinem siebzigsten Immerälterwerden befüllen. Die Grußkarte lasse ich von einem der neunhundertdrei Menschen ausfüllen, die noch die Rechtschreibung beherrschen.
Nach der DVD ist klar: Man hätte Daniel Kehlmann auch die Hauptrolle in seiner Vermessung der Welt geben können. Die Landwirte (ich trenne sie mit Kommas) sagen seit dem Screening, sie würden jetzt mal eben in die Büsche triangulieren gehen.
Gleich nach dem Aufstehen morgen werde ich die Fenster so verschmieren, bis es wirkt, als säße ich in einer Regionalbahn. Um die Landschaft aufzuhübschen, dieses Düngerdefizit.
Noch vier Kartoffeln im Schrank.
Huchel Huchel, mors mors.

Hühnergarten Schreyahn

Schneien im Trüben

•21. Januar 2014 • Hinterlasse einen Kommentar

Die Gebete zum Glam Man haben gefruchtet:
es schneit.
Wenn es wieder aufhört, werde ich euch das Blaue vom Himmel runter
joycen.
Mitten in der Blanchierung habe ich einen Allergietest machen lassen:
ich reagiere allegorisch
auf Katzen.
Ein anderer im Aufnahmebereich hatte versucht, sich mit dem roten Handkarren zu rasieren.
Er sitzt immer noch
beim Sonoropathen.
Stellt sich die Frage, wie man Glättepatienten aufraut.
Wie sagte Urgroßmutter: Erst den Jazz und dann die Säure, sonst geschieht das
Ungeheure.
Das aus der Telle-Quelle geschöpfte Getränk ist wie immer
bitter.
Und Theaterkarten kosten mittlerweile mehr als was ich sonst bezahle,
nicht ins Theater zu gehen.
Der Schnee, ein deutliches Ausbauschen, wird an der 5-Grad-Hürde scheitern.
Aber ich lausche dem Hämatomanerchor
»biss zuletzt«.

Graefekiez

Aus der querbaren Stadt

•3. Januar 2014 • 2 Kommentare

Ich installiere den Filter für Poesie. Die einzige Software, die immer kleiner wird. In meinem Romanikleid hat sich ein Zwölfeuroschein verfangen. Nur deshalb trinke ich den Matekaffee. Wie schorlig das sich anfühlt. Im Traum habe ich den Linksverkehr nach Frankreich exportiert. Paris der Autobahnen, Lyon der Atlantikküste, wir telefonierten um besseres Sonnenlicht. Haben Sie Tabletten gegen Schneemangel? Sonst kann ich das Außerhalb der Öffnungszeiten nicht genießen. Ich … das kennst du: das man berühren muss, um ältere Einträge zu lesen. Aber schau mich nicht an, wenn du ein Bild erwartest. Oder Zerberus den Berber. Die Tastatur bückt uns nieder. Waste mind. Ich glaube, mein Nachbar versucht, ständig in dieselbe Richtung U-Bahn zu fahren. Stummelflucht. Wenn es Brauch wäre, ein Stück Würfelzucker mit ins Meer zu nehmen. Queermaid, queermaid, was bötest du uns an? Ach, die mit den Laptops schaffe ich fort, wo ich sie haben kann. Und entrichte ihnen die Totale.

Berlin

Freitag der fast 13.

•13. Dezember 2013 • 1 Kommentar

Ab Windstärke sieben fängt der Wildpflanzendolmetscher mit unsinnigen Gebärden an.
Er nennt das Floraphrenie.
Auch heute, ziemlich nah der Mitte des irischen Dezembers, war es so warm, die wenigen verbliebenen Rechte des ungarischen Parlaments werden weiter beschnitten.
Ich kenne nur zwei der vier Filialen, der eine Obdachlose hat ein Kaninchen.
Die Touristen pinkeln jetzt mehr und öfter und vermehrt tagsüber auf die Straßen des Tempelviertels.
Aber das Guinnessbuch für 2014 ist bereits erschienen.
Der Mond, man kennt ihn, wurde um 1 kg Sand vergrößert. Ich fühle das.
Richte eine CIA dafür ein.
Das Stadion der Sportart zwei ähnelt einem großen Saugfuß für Canettimenschen.
Bei der Masseurin bestelle ich einen Burger aus zwei Steaks, die eine Scheibe Toast umfangen.
Ihre Augen grinsen schief.
Wimpern.
Es ist, als sei ich von einem Schaf mit Drahtborstenfell geträumt.
Joyce der Tage, die Flusssäure der Erinnerung.
Niemand, den ich frage, kennt das Passwort für Möwen.
Es fällt nur der Regen, der bleibt, aber das Meer ist nicht so nass, wie ich es brauche.
Jesus, Josef und Mafia.
Die zur Begrüßung hochgerissenen Stimmen.
Die Schafe, die in der Sprache stecken, zeigen ihr North Face.
Der Abend fügt sich ins Insgesamt wie ein modernes Gedicht. Zahlungsmittel ist und bleibt der Euromaidan.
Das wird noch mal auf mich zurückblühen.

Belfast

 
Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 28 Followern an