Sie wollten doch mehr Torp, nicht wahr?

•18. Januar 2012 • 1 Kommentar

[#103]
Dem Gespräch einiger vor dem Haus sitzender Dolmetscherinnen entnahm Torp, dass turbación auf Unruhe, Auf- und Erregung schließen lasse. Sofort legte er seinen Turban ab ― die Dolmetscherinnen hätten gesagt: riss ihn sich herunter ― und fühlte sich sofort wieder still.

[#109]
Torp packte seinen Koffer und tat hinein: sieben kleine Mückenscheuchen, eine Packung gefühlten Nebel, den Globus für das Wetter der nächsten Tage, einen Serviettenshredder, Mittagsschlafanzug und Crosslaufsmoking, den Adapter für heterosexuelle Kontakte, etwas Sand für Iselgur, seinen Wiedehopfdetektor und vorsichtshalber auch die beiden alten an den Schuhspitzen zu befestigenden Schneepflüge für Passanten.

[#113]
Sonntage entspannten ihn irgendwie so sehr, dass er auf seinen Spaziergängen eigentlich immer einen Beutel voller iPhones verschusselte.

[#116]
Momentlang, wohl wegen einer bestimmten Mond-Torp-Konstellation, spürte Torp noch immer den großen trans-pazifischen Jetlag von 1989, den die zwei kleineren trans-atlantischen Jetlags von 1996 und 2011 (ersetzt den schweren trans-kakanischen Jetlag von 1999) in so einem Fall nicht mehr aufwiegen konnten.

[#122]
Es kam vor, dass Torp an beispielsweise einem Kanzler oder einem Gebäude vorbeiging und die Leute riefen: »Wo ist beispielsweise der Kanzler?!« oder »Wo ist beispielsweise dieses Gebäude!?«
[In einigen Gegenden auch: »Wo ist bloß beispielsweise dieses Gebäude hin, aber auch her?«]

[#123]
Die neue Inhaltedispatcherin des Wohnblocks war eine aufgrund ihrer Zukunft sehr interessante Frau.

Die Frau mit dem Gesicht für Text

•18. Januar 2012 • Hinterlasse einen Kommentar

Randnotizen

•19. Dezember 2011 • Hinterlasse einen Kommentar

Oder: Kommentare von Vorbesitzern einiger antiquarisch erworbener Bücher.

    1 [Donald Barthelme, Komm wieder, Dr. Caligari. Geschichten]

EIN UNSTERBLICH TOLLES BUCH, DAS ALLE WÜNSCHE BEFRIEDIGT. WARUM HAB ICH ES NICHT SCHON VORHER GELESEN?
(Kommentar des Nachbesitzers: Und warum weggegeben?)

    2 [David Lehman, David Wagoner (Hgg.), The Best American Poetry 2009.]

I LIKE THE STRUCTURE CONTINUES (resp. CONTINUEERS)
(Philip Levine, Words on the Wind)
VERY PROSE-Y
(Caleb Barber, Beasts and Violins)
Häkchen der Zustimmung bei THE DEPRESSION WASN’T A GOOD TIME / FOR BIRTHDAY CAKES
(Bob Hicok, Mum’s the word)
Ebenso Häkchen der Akzeptanz bei I HEAR TIRES CRUNCHING ON A DIRT ROAD YEARS OUT OF THIS CITY
(Alexandra Teague, Heartlines)
PAINTING A PIC
(Sarah Hannah, The Safe House)
WHO IS »THEY«?
(John Ashbery, They Knew What They Wanted)
WHO IS »ME«?
(Im selben Gedicht die Zeile The got me covered.)
FEEL THIS HAS MORE MEANING CONTEXT BUT STILL CONFUSED
(Zur finalen Strophe They were sisters. / They still call me Bruce. / They won’t believe me. / They won’t forget.)
ODD [FINAL] LINE. SAD
(Bezogen auf WE LOOK AROUND, BUT NO ONE IS WATCHING US. Denise Duhamel, How It Will End)
INTERESTING PROGRESSION
(Rob Cook, The Song of America)
LONG, BUT AMUSING
(Zum Titel des Gedichts von Mark Bibbins, Concerning the Land to the South of Our Neighbors to the North)

    3 [Christian Lehnert, Der gefesselte Sänger. Gedichte]

Streichung
(in die brüche des gesteins blickte reglos / ein gekko wie in dein gesicht. das vage wen erinnert?)

PLAGIAT ――> BARBARA KÖHLER!
(ihre arme / offen in einer unbestimmten bewegung, etwas / zwischen kreuzigung und / schwimmen: wie sand, / das sichtbare löschend)

Alternativer Vorschlag: DER STURM DES ZORNES
(bis die zähne / kurz und abgeschliffen waren / vom gelben wind, der prophet / des zornes riß schluchten auf)

Das Kreuz zeigt sich selbst

•19. Dezember 2011 • Hinterlasse einen Kommentar

Was »Marco Antonio Guerra« meint

•8. Dezember 2011 • Hinterlasse einen Kommentar

Welche Musik mögen Sie?, fragte Amalfitano. Klassische Musik, Professor, Vivaldi, Cimarosa, Bach. Und was für Bücher lesen Sie so? Früher habe ich alles gelesen, Professor, massenweise, heute lese ich nur noch Lyrik. Nur die Lyrik ist nicht verseucht [...]. Ich weiß nicht, ob Sie mich verstehen, Professor. Nur die Lyrik, und auch nicht jede, um das klar zu sagen [...].

Roberto Bolaño: 2666. Übersetzt von Christian Hansen. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 2011. Seite 304.

In Paris

•28. November 2011 • Hinterlasse einen Kommentar

ja, Paris. im Marais Ästhetik auf der Entwicklungsstufe vierter Advent. Schaufenster ins Machbare, an Sonntagen vereinzelt von Kontrabassgruppen unterstützt. auf dem Cimetière de Montmartre Spaziergänge durch verschiedene wärmende Einsamkeiten. der Winter ist ein noch kleines Kind an der Hand eines südlichen Zustands. die Sakralfenster der Grabkabinenkapellengrüfte färben das ins dunkle Innere fallende Licht einer vorstädtischen Sonne. das Göttliche ist letzten Endes allein für das, was sich viel langsamer bewegt als wir.
die Katzen warten vor Eisengittern auf einen Rilke, der sie in Reimen ordnet. ein Trabant wartet auf sein neues Nummernschild und ist trotzdem faktisch. es ist die Zeit, in der man sich die Zukunft verkühlt. aber ist die Seine ein Fluss, hier? und warum sagte Molloy im Jardin des Plantes zunächst, er kenne mich, und dann, im Weggehen, ich möge ihn nicht?
ja, Paris. sieben Polizisten fuhren eine Diebin davon. Notre Dame. sie führten wohl auf, dass es sie gibt.
davon einige Bilder.

Hinweise auf Torp [No. 3]

•28. November 2011 • Hinterlasse einen Kommentar

Bilder von Heimat [#17]

•15. November 2011 • 2 Kommentare

Neues von Torp

•15. November 2011 • Hinterlasse einen Kommentar

[#97]
Alles Laub auf der Straße schien von Torp abgefallen.

[#98]
Zu seinen Lieblingscaptchas sind seit heute unbedingt Vurk und Rurb zu rechnen.

[#99]
Trotz eines kräftigen Windes flog Torp nicht weit: Er hatte vergessen (oder keine Lust gehabt), seine 99 Luftballons aufzublasen.

In Venedig

•18. Oktober 2011 • 4 Kommentare

 
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